DGV VORSITZ REINHOLD FRANK 12.8.25
Lieber Reinhold Frank
Heute bekomme ich Eure weiter entwickelt Zeitschrift „Volkstanz 2/25“ und freue mich, dass Ihr den Schritt zum heute aktuellen natürlichen Volkstanz gewagt habt.
Das Titelbild zeigt so anschaulich die Freude, Natürlichkeit und auch das zeitgemäße, lebendige Tanzen, wie es das hier im Osten vielfach gibt.
Es ist ein Mitmachtanzen, oft mit guter Livemusik einfach aus Freude und mit Tänzerinnen jeden Alters einfach auf der Wiese in Dorf und in Stadt.
Die Jahreszeitenfeste werden einfach wieder lustig gemeinsam gefeiert wie zu Wandervogelzeiten mit Anna Helms – Blasche
Wir altenTanzmeister der Nachkriegszeit sind am Aussterben, Ihr mit Trachten und Volkstanzpflege, wir Folkies mit lockerem Wald- und Straßentanzen, wohl mit der gleichen Freude an schönen Tänzen, Liedern und Musiken, Ihr gepflegt mit Stil, schöner Kleidung und Akuratesse, wir einfach mit Tanzen bei Wanderungen, Fahrten, bei Kirchentagen, bei Schulfeste und Hochzeiten.
Und wenn Ihr unsere lockere Art nun auch neben Eure Art von Können und Kulturkunst stellt, dann begegnen wir uns wieder und Euer Tanzen, besonders Eure Feste werden viel reicher.
Das freut mich, da wir hier auf dem Lüttenmarker Rabenhof in Mecklenburg donnerstags hier 5 Tanzmeister haben mit eigenen Gruppen, die Svattenbeker auch mit Tracht, in Mölln, Boizenburg und Bergedorf, die seit Jahren wöchentlich zusammen kommen und lockeres europäisches und israelisches Mitmachtanzen gemeinsam tanzen und auf unserer Webseite www.folkmagazin.de dazu auch schreiben.
Ihr schreibt auch von Anna Helms, von Franz Pulver, mit denen ich noch tanzte, vom Wandervogel und Anna Sievers, HeinrichDieckelmann, Rivka Sturman (fehlt nur noch Eli Klindt und die Anfänge des Wandervogel- und Jugendtanzens um 1910. Mir war imm unklar, weshalb in der DGV über die starken Impulse durch den Wandervogel kaum geschrieben wurde, vielleicht, weil im Kaiserreich die deutsch-nationalen Hintergründe noch so stark waren und später pervertiert wurden. Doch der Wandervogel mit seinen vielen Lehrern wurde schon in den den 20ern vor hundert Jahren mit Fahrten, Liedern und Tänzen international, ohne das Deutsche zu vernachlässigen.
Ich bin sehr gespannt, wie Eure Entwicklung weitergeht. Wenn Ihr das, was Ihr im Heft 2/25 ansprecht, in Eure vielen bundesweiten Tanzkreise bringen könnt, dann könnt Ihr trotz Digitalisierung viele Menschen zum Tanzen bringen, Jüngere und neue TanzmeisterInnen gewinnen und auch wieder Menschen aus dem Wandervogel, der Reformjugend, der Öko- und Gesundheitsszene. Dazu wünsche ich Euch viel Erfolg
Euer Freund und Mitstreiter
hedo holland
Bundessprecher des wandervogel e.v.
& Herausgeber des Folkmagazins.