HERZGEPANN – KLOSTER SCHÖNTAL H

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Herzgespann  31.5.22

Sie traten zu Fünft mit vielen Instrumenten auf, darunter Harfe, Nyckelharpas, kleine Oma Trommeln und irische Cister.  Verspielt und mit schönen Stimmen.

Der Auftritt war im Kloster Schöntal unweit Heilbronns zur Jahrestagung des beim Mindener Kreises, dem Älterenkreis der Jungenschaften.

Sie sangen alte Lieder on Freiheit und Frieden, von Armut und Schmerz aus dem Zupf, dem Steinitz und aus Erk-Böhme wie: Ich hab‘ die Nacht geträumet, Schwesterlein, Klein, wild Vögelein, Sah ein Knab‘ ein Röslein steh’n,  Mich brennt’s in meinen Reiseschuh’n, Zogen einst fünf wilde Schwäne, Wie schön blüht uns der Maien, Över stillen Straaten, Dat du mien Leevsten büst, And’re, die das Land so sehr nicht liebten, Es kann ja so immer nicht bleiben. Eine Auswahl schönster, deutscher Lieder.

Liederfreude brachte des Herzgespanns so rüber, dass es stehenden Applaus gab. Und als anschließend vom Kreis der Zuhörer zu gemeinsamem Singen geladen war, machten sie mit Freude und Begeisterung mit und brachten sich mit Stimmen und Instrumenten so ein, so dass es ein zweites Liedererlebnis voller Freude gab.

Die Herzgespann-CD ging reißend weg. Es lohnt sich, das Herzgespann einzuladen. Zwar muss längerfristig geplant werden und die Gage ist nicht gerade billig. Dafür aber ist ein wunderbarer Abend garantiert. Im Internet ist Musik von der Band zu hören unter herzgespann-musik.de h

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FERNSEHKRITIK -MEDIENKRITIK – Fernsehen – MEDIEN – PRESSE – MAINSTREAM – WOHLFÜHL-KONSUMINDUSTRIE – MANIPULATION

Was sehe & lese ich noch?

2025.3

Fernsehkritik eines Protestanten, der sich gern informiert, aber nichts vormachen lässt.

Früher sah ich jahrelang die Presseschau sonntags und fast jeden Tag die Tagesschau. Dann wurde die Presseschau immer einseitiger, bis ich sie nicht mehr einschalte und mir dafür erst recht nicht Zeit frei halte.

Krimis sah ich gern. besonders den Alten und den Tatort. Der Alte fiel aus, der Tatort wurde immer lauter und dramatischer. Da verlegte ich mich auf die Rosenheim-Cops. Da gab es was zum Schmunzeln. Die wiederholen sich, haben nicht genug neue Ideen, spulen ihr Puzzle-Muster ab, so dass sich viele Filme gleichen. Jetzt schau ich die nur noch selten, wenn ich nachmittags um 16Uhr noch müde bin, um dabei einzuschlafen.

Die Nachrichten, selbst die Tagesschau, sind für mich tragisch. Ich brauche Informationen, kann die aber nicht mehr ab. Die werden tagsüber so abgeraspelt und abends so kurz gehalten, obwohl wir immer mehr Globalinfos brauchen. Was mich persönlich interessiert, ist oft nicht so weltbedeutend, und das immer wichtiger werdende Weltbedeutende wird mit 10 Sätzen abgespeist. Da wundert mich, woher die Politiker ihre Infos haben. Le Monde, BBC, Times informieren wohl besser. Oder die haben eine Flüsterpost, die wir als ÖR-Zahler nicht bekommen.

Noch mehr als die Kürze stört mich die stärker und stärker werdende Einseitigkeit und das Negative. Die Herrschaftssysteme unserer Erde sind unterschiedlich. Die Demokratie ist teils freiheitlicher, bringt hauptsächlich Negativmeldungen und verkauft uns Nachrichten oft als positiv, die für mich und die meisten meiner Freunde nicht 100%ig positiv sind. Die anderen Herrschaftssysteme und Staaten haben auch Vorteile gegenüber Deutschland und Europa. Das gesplitterte, falsch konstruierte Europa und das dezentrale Deutschland brauchen sich auf ihre Konstruktion und Uneinigkeit nichts einzubilden. Und da bekommen laufend schwarz-weiß-Meldungen im Farbfernsehen. Ich schalte auch Nachrichten immer weniger ein, sondern informiere mich meist über alternative Meldungen, oft z. B. aus der Schweiz.

Russland, China, Gazaleute, Afrikaner haben oft auch gute Seiten. Und die USA, Europa und unsere anderen Demokratien oft Elend und Unterdrückung. Davon sehe, höre und lese ich zu wenig, wobei mich die guten Seiten mindestens ebenso interessieren, wie die Mängel.

AlsStudent las ich Arbeiterkampf und Frankfurter Rundschau, obwohl ich nicht links bin. (Frieden, Mitmenschlichkeit, Heimat, Tradition, Kinder, Familie, Sprache, Bildung sind für mich bis heute sehr wichtig und Antifa mag ich nicht, obwohl ich 100% gegen Faschismus bin.) Diese beiden Zeitungen waren für mich die informativsten und aus dem Widerspruch der beiden bekam ich meine politische Kernbildung, mein Protestieren und Engagieren für Zukunft und Politik.

Zuletzt las ich den Spiegel. Der war für mich dann zu klein gedruckt. Dann las ist die taz, die für mich, als kulturell und Politisch Interessierter, ein wahres Kuddelmuddel brachte.Heute wird viel zu oft schwarz-weiß und „modern“ gemalt und Randgruppen werden überstark betont.

Mit Billionen wird weltweit aufgerüstet, mit Waffen gehandelt, gewertet, spekuliert, Risiko aufgenommen. Die Reichen werden noch reicher. Die Ressourcen werden knapper. Die Behörden werden schlechter. Die Verordnungen werden mehr. Die Informationen schlechter. Die Reichen brauchen nicht einmal von ihren Konjunkturgewinnen genügend abgeben und zahlen teils nicht einmal Steuern. Und das Positive kommt nicht rüber. Kein Wunder, dass die Weniginformierten dann denen zustimmen, die ihnen nach dem Munde reden.

Sagen wir 30% Nichtwähler, 30% wenig informierte Wähler, 30 % Parteiwähler (höchsten 20% parteitreu) . Die Meinungsunis und Umfrageinstitute in Verbindung mit den Medien bestimmen großenteils wie der Hase laufen soll, dominiert von den Superreichen mehr, als von den Parteien.

Wenn es um Kinder, Bildung, Umwelt, Zukunft geht, bin ich dafür.

Diese Reihenfolge hat kein Medium, das ich kenne. Deshalb abonniere ich z Z keine Zeitung mehr und sehe kaum noch Fernsehen.  Wer rät mir besseres?


Billig-Fernsehen?

2025.2

Die Öffentlich-Rechtlichen machen es sich immer einfacher.

Sehr oft lassen sie nun nur noch Leute einfach von der Straße oder privat sprechen. Die reden gern mal. Das kostet nichts.

Dann machen sie großenteils Sendungen mit 1, 2, 3 Personen, oder einem angestellten Moderator und einem Wissenschaftler. Auch das kostet.

Sendungen zum Kochen, zum Raten, zu Witzen braucht auch nur 1,2,3 Angestellte.

Dann gibt es eine Menge Krimi und Sport und die Nachrichten. Ab und zu eine Softoper oder einen Film, und das ist es schon so ungefähr. Und die Nachrichten sind oft sehr einseitig. Das sagen wir, die wir weder links noch rechts noch verschwörend sind.

Oft denkt man, Laien könnten das besser kalkulieren, bezahlen, wirtschaften.

Und dafür zahlen wir Bürger hunderte von Millionen Euro. Was für komische Verträge und Gehälter müssen da dran hängen, die wir nicht sehen, und gegen die wir uns nicht wenden können. So etwas nennt sich dann Öffentlich-Rechtlich und demokratisch.

Mit 10% bis 20% der Einnahmen wäre das meiner Meinung nach zu bezahlen. Dann kommen Hauskosten, Technik, Rechtekauf und Reporter dazu. Da müsste es doch gut möglich sein, mit 50% auszukommen?

Die freien Sender mit guten Überschüssen für die Eigentümer schaffen das doch noch billiger. die immer mehr einseitigen Meldungen der ÖR sind kaum noch besser, als die Meldungen der Privaten, die alle mehr konservativ bis rechtsgerichtet sind.

Alle Sender trugen und tragen dazu bei, dass die AfD und die CDU/’CSU so starkt geworden sind ohne eigenen Verdienst.


Hilfen gegen schlimmes Fernsehen

Da die von uns sehr stark subventionierten Sender immer mehr abbauen und jetzt meist nur Billigsendungen produzieren, und die freien Kapital-Sender Schrott mit Ausnahmen liefern, was bleibt und das? Uns unsere Kultur, Politik, Unterhaltung aus den gespeicherten Filmen der Mediatheken heraus zu suchen.

Viele haben dazu nicht die Zeit, die Lust, die Kenntnisse. Viele Alte hängen nun mit dem Schrott rum. Dagegen weiß ich kein Rezept.

Auch für mich, der ich ungefähr weiß, was ich will, kann ich das, was ich für mich finde, nur auf meinen Rechner oder Laptop umschalten. Mein Fernseher beherrsche ich nicht dafür. Und mein Rechner mit großem Bildschirm ist zu leise, auch, weil ich nicht gut höre.

Dafür könnte ich vielleicht Ohrhörer benutzen, doch der Rechner steht ungünstig für längeres nutzen. Und die Programmauswahl macht mir auch Schwierigkeiten?

Wer hat praktische Tipps für für Kauf eines neuen Fernsehers und für ein praktisches Wahlprogramm, Wahlprogrammierungen für mich? Damit ich nicht auch versauern muss?


ZEITUNGEN ABOS NEHMEN AB

Kein Wunder. Welche Zeitung gibt es, die ich wirklich brauche, die mir jeden Tag viele Nachrichten bringt, die für mich wichtig sind.

Ich hatte die etwas linke Tageszeitung abonniert. Die Kultur dort war so oberflächlich und so von billigen müpfigen Tagestrends dominiert, dass ich abbestellte. Immerhin bekam ich wegen meiner Kritik eine Kulturseite.

Dann hatte ich den Spielgel abonniert. Die Schrift war mir zu klein. Und ich bekam den Eindruck, dass der Spiegel seine Großartigkeit verloren hat und in den billigen Meckerstil der anderen Medien eingeschwenkt ist oder einschwenken musste. Das gefilemir nicht, so dass ich abbestellte und mich alternativen Digitalmeldungen zugewandt habe.

Dabei stellte ich fest, dass es, besonders in der Schweiz, kritischere Sendungen gibt, teils von Privatsendern. Und dass es auch dort, vielleicht etwas weniger, Unterdrückung von Meinungen gibt. Das, was nicht den Trend der westlichen Politik passt, wird vielfach nicht gesendet.

Redakteure, Wissenschaftler, Politiker werden nicht gesendet, bekommen quasi Berufsverbot. Das gilt kaum für Extremmeldungen von AfD, BSW, die auch Gegenmeinungen vertreten wie sofortige Beendigung des Ukrainekrieges, Extrem-Abschiebungen von Geflohenen, Traditionsforderungen, Atomstrom, Propaganda gegen Windräder, Negierung von Umweltschwierigkeiten etc. Das wird auch als „Sensatiönchen“ dargestellt und bekommt verhältnismäßig viel Raum, gegenüber viel Wichtigerem.

Anderes wird unterdrückt: Stopfung der Steuerlücken für Superreiche, Super – Spekulations-, Krisen- und Trendgewinne und ihre Besteuerung, Zustand maroder Bundeswehr, Straßen, Schulen, Bahn, Infrastrukturen, laufend Details zu globalen Schwierigkeiten bei Importen, Patenten, Exporten, Konflikten, Konkurrenzen, Zwangssituationen…

Und auch die Zeitungen werden meiner Meinung einseitiger ausgerichtet.

Meinungsfreiheit und -Vielfalt, Interessen der Armen, der Familien und Kinderreichen, Bildungsförderung, lebendige Nischen mit Miteinanderkultur statt Modetrends kommen vielfach bei vielen Zeitungen zu kurz.

Ich bin z. B. an lebendigem Plattdeutsch interessiert von Kreisen, die dynamisch wirken, spannende, zukunftsorientierte Feste und Veranstaltungen machen. Ich erinnere nicht, so etwas im gesamten Jahr gesehen, gehört oder gelesen zu haben.


FERNSEHEN IMMER SCHLECHTER & TEURER

Oft macht es keinen Spaß mehr, Fernsehen zu gucken. Du kannst durchsurfen, und es gibt immer mehr billige Sendungen, bei denen sich ein paar Fernsehleute auf niedrigem Niveau unterhalten.

Und die oft billig produzierten Themen sind fast nur: Gequatsche, Krimis, Kochen, Sport, Quizz, Mode, Promis, Horrormeldungen, Wetten, Comedy, Werbung, Trickfilme, Musik- und Reise-Industrie, Extrem- und Horror-Sport.

Es ist sehr oft eine oberflächliche Unterhaltung.

Gemeinsames Singen, Poesie, Literatur, guter Unterricht, gute Vereinsarbeit (außer Sport), Zukunftsgedanken für Dort und Stadt, Projekte für Selbständigkeit, Bildungs- und Aufstiegs-Angebote für jüngere Menschen, interessante neue Projekte von Unis und Volkshochschulen, schöne neue, deutsche Lieder zum Mitsingen, Förderung von Mitmachaktionen sind prozentual selten.

Es wird gesagt, die Mehrheit will das Oberflächliche. Dabei wird wenig berücksichtigt, dass die Mehrheit nicht wählen kann, was sie nicht oder kaum kennt.

So habe ich den Eindruck, die oberflächlichen und billigen Sendungen werden mehr, dabei wird von den Öffentlich-Rechtlichen ein höherer Zwangsbeitrag gefordert.

Das widerspricht der Entwicklung, verdummt die Mehrheit, die großenteils nicht abshaltenkann und keine Alternativen hat und schadet unserer Gesellschaft.

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MAINPULATIONS-MEDIEN

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

Die Mehrheits-Meinung wird bereits gesteuert. Fakultäten von US-Unis arbeiten mit künstlicher Intelligenz daran, den Medien Werkzeuge zu liefern, die Mehrheiten in Demokratien zu beeinflussen und zu steuern. Die „kapitalnächsten“ Parteien und Gruppierungen werden bevorzugt. Dem Kapital unangenehme Parteien und Gruppierungen werden ständigen Angriffen, Verleumdungen, Negativbotschaften ausgesetzt oder ihre Informationen und Pluspunkte werden unterdrückt, kleingeschrieben, mit Negativaufmachern versehen.

Nun, das wissen schon viele. Deshalb gibt es auch schon stärker werdende schweigende Mehrheiten. Und es gibt viele Meldungen im Internet, die Manipulationen durchschauen und außerhalb der gesteuerten Informationen breit veröffentlichen und der Steuerung widersprechen.

Dennoch: Das Ausmaß der Manipulationen ist vielen noch nicht klar. Immerhin führt es bis jetzt dazu, dass Mehrheiten der Wähler ohne Kapital die kapitalistischsten Parteien wählen. Also die, die vorgeben, ihnen zu helfen, in Wirklichkeit aber Parteien der Reichen und Superreichen sind. die lohnabhängigen Menschen erkennen ihre Feinde nicht mehr, sind zu wenige politisch gebildet, fallen auf Populisten, Antidemokraten, Sozialschmälerer, Aufschneider und Meinungsänderer herein. Dadurch haben die, die Wirtschaft, Militär, Superreiche oft fördern in den Wählertrends ihnen zustimmende Mehrheiten, die oft der Demokratie, den Armen, denen mit Kindern schaden.

Täglich, wöchentlich werden neue Horrormeldungen gebracht, die politisch leicht beeinflussbare Menschen ablenken, geglaubt werden, verunsichern, Angst machen. So sind währende der Ampelzeit die Linken und die FDP durch Trendschaffung klein gemacht worden. AfD und BSW wuchsen.SPD und Grüne stagnierten und sanken in der Gunst vieler Wähler.

Nun stellen Merz, Weigel und Co. immer extremere Forderungen auf, agieren gegen Scholz und Co., wollen die Wehrpflicht wieder einführen, das Bürgergeld schmälern oder abschaffen, immer härter gegen Flüchtlinge und Asylanten vorgehen, Deutschland teils sogar gegen andere Länder bzw. gegen EU-Entscheidungen vorzugehen, Atomkraft wieder einführen etc.

Damit werden Wähler manipuliert, sich ins eigene Fleisch zu schneiden, anstatt ihre Gegner zu durchschauen und sich von ihren natürlichen Feinden, den Manipulierern abzuwenden.


WEIHNACHTS-MÄRCHEN-PROGRAMM FERNSEHEN

Es sind herrliche Sachen dabei, wie z. B. „Der kleine Lord“. Teils aber sind haber die Programmgestalter sich zu schämen. Figuren werden so überzogen krank oder verrückt dargestellt, dass es keine Märchen mehr sind: Comical, Aristokratiekritik (Politik), überzogene Darstellungen gehören nicht in Märchen, sondern machen sie kaputt, oberflächlich, und entzaubern sie. 


MAINSTREAM – MEDIENINDUSTRIE 

Bei der in Meiden gesendeten Musik ist es schon lange so, dass Geld die Welt regiert. Das, was am meisten einbringt, wird gesendet, weil es der Medienindustrie und den von ihr favorisierten angepassten Künstler zugute kommt.  Das, was dieser Richtung widerspricht, sie kritisiert wird nicht oder fast nie gebracht, gedruckt, gesendet. 

Es ist nicht leicht, künstlerisch mit einer eigenen Meinung durchzudringen. Ausnahmen sind oft lebenslang agierende Künstler, die ihre Nische, ihre Tradition, ihre Bekanntheit gefunden haben. Aber auch sie werden nicht oft gebracht. Viele Künstler, die Talent haben bleiben so auf der Strecke, dringen nicht durch, resignieren. Es hat ja keinen Zweck. Es ist für die Katz. Dennoch: Die gefühlte Wahrheit hat auch einen Stellenwert. Oft hilft es, auch auf den „einengenden Korridor“ zu verzichten. Freiheit, Frechheit, Offenheit, Freude überzeugen oft für sich. 

Manche gehen aus Not beide Schienen, die der Mehrheit und die der gefühlten Wahrheit. Das macht jedoch meist auch schon unglaubwürdig.

Wenn die Medienindustrie dann aber mal sieht, dass eine kontroverse Band, ein Künstler doch Erfolg hat werden sie wohl aufgenommen, eingekauft und mit der Zeit zuerecht gestutzt, kanalisiert und so meist der Protestszene entzogen und für die Masse zurecht geschneidert. Aber das sind Ausnahmen.

Im Wandervogel favorisieren wir die Erziehung zu Wachsamkeit mit Förderung von Kreativität im Sinne der Wahrhaftigkeit in der Meißnerformel. 

Ausgehend vom Versuch einer abwägenden Objektivität und gemeinschaftliche Kritik an der Gleichmacherei für die  Masse zum Wohlfühlkonsum ist halten wir eine miteinander selbst- und handgemachte Musik in Familien und Gruppen mit selbst Singen, Musizieren, Tanzen für das lebenslang beste Medium fürs Wohlfühlleben.     

Ich denke, ich kann hiermit für fast alle Wandervögel sprechen. h     


FERNSEHKRITIK:

Das Fernsehen wir immer uninteressanter und unwichtiger für mich. Fußball, Comic, Kochen, Krimis, Mode, Schlagerstars und Showleute dominieren. Das geht für mich nicht so weiter. Ich bin gezwungen auf Mediatheken und aufs Internet auszuweichen.

Die Schlager sind schlechter geworden. Am World-Song-Festival sieht man, dass Deutschland weit hinten landet, und so etwas wird uns laufend präsentiert.

Die Kochsendungen langweilen mich.

Die Krimis werden von viele Leuten gespielt, die meist emotionslos wie rasende Maschinengewehre reden. Sie bestehen vielfach aus Lärm, Gerenne, Autogerase und auswendig gelerntem Rederaspeln.

Die Comicshows sind oft derart primitiv, mit beleidigendem Pseudowitz, dass ich abschalten muss.

Politiksendungen sind oft mehr oberflächlich und verdummend und einseitig der schlechten, eiseitigen USA-Berichterstattung folgend.

Sendungen pro USA, die viele, viel Kriege anzettelten, Schwarze, Mexikaner, Indianer benachteiligen, Trump wählten und sich dabei als die sogenannten Guten darstellen.

Politik für eine bessere Zukunft gegen Gifte, Kriege, Rassismus, Unterdrückung, für bessertes Klima, soziale und solidarische Gesellschaft gibt es weniger als Poltikklamauk.

Es gibt ein paar kritische und kulturelle Sendungen, selten zu attraktiven Zeiten.

Gäbe es einen Qualitätsvergleich mit anderen Ländern, dann werden wir trotz der Pflichtzahlungen durch jeden Wohnungsbesitzer auf den hinteren Rängen landen.

Einlullende Unterhaltung á la Bildzeitung manipuliert zu einem Mainstream, der weder qualitativ ist noch zu Deutschland passt.

Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Fernsehen abwenden und sich selbst informieren oder nach Ideologien tanzen.

Ein Konzept, dass so auf Masse, Trends, Mainstream und Manipulation abgestimmt ist, braucht Protest, Abschalten und andere Informationsquellen. h


 

DAS DING 5 – KULTLIEDERBUCH 1. Textausgabe, 2. Notenausgabe DUX MUSIKVERLAG hh

DAS DING 5 – KULTLIEDERBUCH 1. Textausgabe, 2. Notenausgabe DUX MUSIKVERLAG hh

Andreas Lutz, Berhard Bitzel, – Über 400 Songs Musikverlag Holzschuh, Edition Dux Hug Musikverlage3 – Edition Conbrio

www.ancora-verlagsservice.de

Vertrieb:Christian Buchner

Über alle Ausgaben von „DAS DING“ haben wir im Folkmagazin berichtet. Wer als Musiker auf dem laufenden sein will, der braucht DAS DING. Er hat die Noten parat und braucht nicht extra zu suchen, zu schreiben, KKORDE, Riffs, Pausen, Übergänge und Varianten auszutüfteln. Er bekommt viele Anregungen fürs Texten, Komponieren, Spielen und Singen. Theorie, mit Notenaufbau, Tonleitern, Dreiklängen, Akkorden, Umsetzung auf der Gitarre und einer großen Liste mit Guitar-Chords sind dabei. Die Lieder sind meisterhaft gesetzt. Und DAS DING zeigt einmal wieder, dass das GEWUSST WO jedem Musikanten, jedem Kreativen viel bringen kann. Eben in DAS DING.   h

In den 5 Büchern sind über 2000 Songs gesammelt.

Das ist nach der Liederbuchsammlung Dietmar Kremer die uns bekannte umfangreichste Liedersammlung in Deutschland. 

DER SCHRÄGE SILBERSPRING – ZUGVOGEL h

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Schräger Silberspring

Zugvogel – Deutscher Fahrtenbund

www.zugvogel.de

Hdeft, CD / Stick

Lustige und makabre Lieder mit Akkordeon oder Band eingespielt, teils mitreißend. Schade, dass die Tete nicht immer gut zuv erstehen sind und nirgends abgedruckt sind.

Du musst also CD, Stick und Liederheft kaufen, wenn Du Dich näüher mit den Lieder beschäftigen möchtest.

Es lohnt sich.

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In den Bünden ist das Singen des Zugvogels bei seinen Festen und auf der Waldeck berühmt. Zugvogel, Nerother und Wandervögeln streiten um die Krone ab und zu, wenn sie sich mal treffen bei einem der Feste.

HAUKE & ALEXNDER 2 CDS. STERNENREITER h

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Hauke und Alexander

Sternenenreiter

CD:Und wenn wir träumen  unter Sternen

www.sternenreiter.com

CD: Reiten,reiten durch die Nacht

Die beiden Brüder aus dem Nerother Wandervogel singen zweistimmig und begleiten sich auf Klampfen. Ihr Singen und Spielen klingt sehr gut, und das Hören bringt Freude.

Die meisten der gut singbaren Gruppenlieder sind wohl von Hauke und Alexander oder alte Lieder nach ihrem Geschmack. Da ich Texte, Melodien und näheres dazu nicht gefunden habe, kann nur mein Hörgefühl dazu sagen: Ich höre träumerische Lieder, leicht melancholisch mit einer Menge alter Soldaten- und Reiterromantik mit Freiheit, Traum, Einsamkeit, Sehnsucht, Marschieren, Segeln, Heldenmut, Schicksal und Tod.

Ich werde erinnert an meinen Liedgeschmack vor 60 – 70 Jahren als Jugendlicher. Da frage ich mich, wie kann ich heute so dichten, vertonen und singen? Wenn es historisch ist, ok, denn es war so. Wir haben heute auch romantische, träumerische und realistische, kämpferische, naturbezogene Lieder vieler Art in vielen Bünden. Mal rutscht hier und dort ein altes Lied rein, das einfach nicht mehr passt, weil die Kritik das übersehen hat oder mal ein Alter seine Träume seiner Jugend besingt, was ihm freiheitlich gesehen nicht verwehrt werden sollte. Aber unser Denken, uns Vorwärtsträumen, geht doch mit Freude in die Zukunft, in der die Menschheit sich rettet vor allem Engstirnigen, vor Verwüsten, Krieg und Umweltzerstörung. Auch wenn wir uns mit unserem Selbstsingen, mit dem heutigen Wandervogelliedgut, mit dem Musizieren, der eigenen Kultur von dem Massenkonsumieren selbstbewusst abheben. 

Mit der Stärke von passenden Traditionen Kräfte frei machen für den Weg zu Mitmenschlichkeit, Frieden, Völkern und Naturkultur. h

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Daniel Reisewitz
Am Friedrichstein 17
34537 Bad Wildungen

info[at]sternenreiter.com

WIR TRÄUMEN UNTER STERNEN

Wandern muß ich – wandern will ich…

Am nächtlichen Feuer, klein ist die Runde der Gebliebenen. Das laute Lied hat ausgedient, die Menge ruht. Sie wird am Morgen, der nur noch wenige Stunden entfernt ist, nichts vom Klang der Lieder wissen, die nun beseelt gesungen werden. Die Wenigen haben lange warten müssen. Es ist nun ihre Stunde der Sehnsucht, der stillen Leidenschaften und der Wegsuche. Um die Zelte wandert derweil Nebel durch die Wälder – und Gleichmut stillt des Tages Wunden. Sanft, innig, melodisch und seltsam klingen nun die Verse. Und die Zeit steht. Bereits Ende 2010 ist die zweite Liedersammlung der beiden jungen Nerother Wandervögel Hauke und Alexander erschienen. Auf die erste CD „Reiten, reiten durch die Nacht…“ aus dem Jahre 2009 folgte nun „Und wir träumen unter Sternen…“. Die Mischung aus altem Liedgut und solchem aus eigener Feder scheint bei dieser CD noch besser gelungen zu sein als bei der ersten. Mir gefallen, wie oben angedeutet, die melancholischen, mich „entschleunigenden“ Lieder in besonderem Maße. Wunderbar berührend ist die Melodie des „Wandern muß ich, wandern will ich“. Immer wieder schleicht sich mir die Melodie auch am hellichten Tage in den Sinn und schenkt mir eine Spitze bündischer Sinnlichkeit. Eingerahmt ist sie von den reduzierten und handwerklich sauberen Gitarren-klängen. Im Anschluss daran melden sich weitere Lieder ähnlicher Art in mir. „Von der Straße spring` ich in die Wiese“ beginnt eines – und das Bild vom Rasten am Wegesrande auf Fahrt leuchtet vor dem inneren Auge. Man möchte auf Fahrt gehen – sofort.  Die beiden Stimmen scheinen die 25 Melodien recht mühelos musizieren zu können. Keine Unruhe, kein bündisches Geschrei ist in ihnen. Stattdessen das Gefühl für Takt und Betonung. Einfach nur angenehm. Sicher lässt sich darüber streiten, ob es manchmal nicht doch eine Prise mehr „Pep“ hätte sein können, aber auf genau dieses Zugeständnis an die bündische „Hitverdächtigkeit“ scheinen sie gern zu verzichten                                                          

Ist das Wesen des Liedes die Melodie? Sie macht das verdichtete Wort zum Lied, erweckt Gefühl und Gedankenbild. Jene, die davon nur wenig verstehen, mögen sich auf den einen oder anderen Text und seine Herkunft sezierend stürzen und sie als verdächtig einstufen. In diesem Zusammenhang muß ich in letzter Zeit immer mal wieder daran denken, wie wir als Jungen auf dem Weg zum Heimabend in den Siebzigern in unserem Heimatörtchen laut „Mütterchen Russland“ gesungen haben, und so die „Verherrlichung“ des damaligen Feindes hinter der östlichen Mauer betrieben. So mancher schimpfte uns hinterher – Kommunist ist jedoch niemand aus unserer damaligen Horte geworden. Wie steril-sauber hat bündischer Gesang also zu sein?

Lust zu Aufbruch und Neubeginn verstrahlt das „Die dunklen Tage sind vergangen“. Ein Frühlingslied für die ersehnte erste Tippelei. Schnörkellos einfach und geradeaus hinaus, von aller Last befreit, draußen ist man zu Haus! Geraten auch dem, der vielleicht eine Krise abzuschütteln hat. Im „Zug nach dem Süden“ hört man den typischen nerothanen Gesangsrhythmus: lebensbejahend und optimistisch. Wem es gefällt, der bekommt es nicht mehr aus dem Sinn.

Bestellen kann man die CD, der ein aufwändig und schön gestaltetes Liederheft von 20 Seiten beigelegt ist, nur im Internet – sie ist als Liebhaber-Projekt nicht beim Großhandel gelistet, woraus sich auch der günstige Preis von nur 12 € inklusive Versand erklären läßt. All jene, denen die alten, fast vergessenen Lieder der Jungenschaften ebenso am Herzen liegen wie neu entstandene Wandervogel-Weisen, verweise ich daher gerne auf www.sternenreiter.com.

Bibo (DPB)

  

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Bündisches Liedgut“ – (Artikel in JF??? (Soll das „Junge Freiheit“ bedeuten? Dann gebt uns bitte, damit wir den Artikel löschen.) 31-32/11 (05.08.2011)
Die Jugendbewegung war einer der stärksten Impulse innerhalb der Lebensreformbewegung des Kaiserreichs. Ihr Glaube, dass Jugend nicht nur die Vorbereitung auf das Erwachsensein sei, sondern ein eigenes Recht beanspruchen müsse, ist mittlerweile zu einem Bumerang geworden, der als Jugendwahn auf uns zurückschlägt. Die Banalisierung des Selbstanspruchs ist dabei umfassend und wird auch innerhalb der noch heute existierenden Jugendbewegung nur von wenigen durchbrochen. Zu ihnen gehören ganz zweifellos Teile des Nerother Wandervogels. Ausdruck findet diese Haltung in der neuen (zweiten) CD von Sternenreiter, die sich unter dem Titel „Und wir träumen unter Sternen …“ dem bündischen Liedgut widmet.

In den 25 Liedern wird ein weiter Bogen aufgespannt. Darunter finden sich eigene Dichtungen von Hauke, dem Hauptverantwortlichen des Albums, der die CD gemeinsam mit Alexander eingesungen hat. Begleitet werden sie dabei immer von der Gitarre, manchmal von Violine und Violoncello. Die eigenen Liedtexte sind vor allem in Liedform gegossene Fahrtengedanken, die seit den Anfängen der Jugendbewegung ein unerschöpflicher Quell musikalischer Selbstvergewisserung sind. Dass Sternenreiter diese Tradition fortführt, ist ein wichtiges Verdienst und soll sicher nicht zu passivem Hörgenuß verleiten.

„Trinklied zur Nacht“ verbleibt textlich dabei etwas in den gewohnten Klischees vom „schweren roten Wein“ und „vergeßt all eure Sorgen“, zeigt aber in der Vertonung eine eingängige Melodie. Bei den Eigenkompositionen „Dem Frühling“ und „Lied eines Studenten“ verhält es sich ähnlich. Bei letzterem fällt auf, daß es offenbar schwierig ist, gleichzeitig die gegenwärtige Welt in Worte zu fassen und an die bündische Tradition anzuschließen, ohne das „Mägdelein“ zu bemühen. „Wandern muß ich, wandern will ich“ und „Fahrtenabschied“ wirken dagegen ursprünglicher und lassen noch den Schöpfungsprozeß erahnen. Bei „Neuruppiner Reiter“ hat sich Hauke von Oechelhaeusers Kriegsroman „Wir zogen in das Feld“ inspirieren lassen. Hier gelingt ihm der Brückenschlag zwischen den Generationen, formuliert als Klage über die Wucht des Krieges.

Viele der weiteren Lieder auf der CD sind Neuaufnahmen von bekannten und weniger bekannten Liedern, die so vor dem Vergessen bewahrt werden sollen; die Vertonungen eignen sich durch das schlichte Arrangement gut zum Nach- oder Mitsingen. Andere Lieder sind Vertonungen von Gedichten („Zwei Vöglein“ von Walter Flex“) und auch Lieddichtungen jüngeren Datums, wie „Namenlos sind“, das unter dem Eindruck eines grasüberwachsenen Soldatenfriedhofs auf einer Großfahrt durch Siebenbürgen entstanden ist.

Insgesamt bilden die Lieder einen möglichen Querschnitt durch das bündische Liedgut?????????, das ja nicht nur aus den üblichen „Gassenhauern“ besteht, sondern darauf achten muß, die Vielfalt zu bewahren und möglichst zu ergänzen. Die Liedfolge der CD ist wohlbedacht, hebt mit Marsch in den Tag an, verzweigt sich dann in verschiedene Erlebnisse und Gedanken, um dann in der Abendruhe zu enden. Schließlich ist das beiliegende, zwanzigseitige Liederheft überaus schön gestaltet. Wer sich für bündisches Liedgut interessiert, wird daran seine Freude haben.

Die Lieder sind kein Querschnitt der Bünde von Heute, da gobt es mehr Freude, Freiheit, Weltweitheit, Lachen und auch für Frieden und Natur. Den Krieg besingen wir nie romantisch, sondern höchstens als Abscheu und Schrecken und Feind des Friedens. Deshalb sind beide CD historisch zu sehen. So dachte und träumte man früher. Wer träumt heute noch so? Nerother? Das hört sich gefährlich an. h

MANFRED HAUSIN – DASS WIR SO LANG LEBEN westpark-music.de. h

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DASS WIR SO LANG LEBEN DÜRFFEN *****

Die Lieder des Erzpoeten & Eulenspiegel Manfred Hausin

Westpark-music.de

Box mit 2 CDs – Poster mit Manfred Hausin und Hannes Wader.

HANNES WADER, JOANA, LIEDERJAN, LINOIENTHLE, LYDIE AUVRAY, DER BLACK, OTTO GROOTE, JOCHEN WIEGAND, HELMUT DEBUS, BÖMMES, ANNETT KUHR & SUE SHEEHAN, KAI DEGENHARDT, BERNHARD LASSAHN – Lieblingsbarden und Musikanten des FOLKMAGAZINS. Sie und viele andere haben die Lieder teils schon vor langer eingesungen.

Dass der Black und der Bömmes dabei sind, hat mich als Wandervogel besonders gefreut.

Die CDs sind mehr als eine Anthologie von Manfred Hausins Liedern. Sie sind ein grandioser Rundumschlag vieler poesiebegeisteter Sänger unseres Landes zu einem Liederfest deutscher Folkmeister.

Manches Lied der CD lässt mich zurückdenken. Am stärksten erinnere ich das Spätsommerlied, das ich live in Bremen bei einem Folkfest erlebte, als LILIENTHAL und wir Elbraben (Gründerband des Folkmagazins) dort auch auf der Bühne waren. Von den Gedichten bringe ich am Schluss einiges

Das Booklet mit vielen Fotos der Künstler und Texten zu den Interpreten ist besonders eindrucksvoll. Am liebsten hätten wir es abgedruckt. Aber es ist doch viel besser, diese großartigen CDs mit dem Booklet und dem Poster mit allen Liedtexten auf der Rückseite zu kaufen.

Ulrich Hetscher von Westpark-Music hat mit dieser CD ein Kunstwerk geschaffen, zusammen mit Bernhard Hausin, den großartigen Sängern und Musikanten. Herzlichen Dank und Chapeau!

Dass Manfred Hausin nun auch über 80 ist, wer hätte das gedacht? Seine Lieder – seine Gedichte sind jung wie heute.

Die CDs gehören in alle Folkbüchereien. Sie sind deutsche Folk- und Poesiegeschichte.     FOLKMAGSZIN hedo holland

DEN SOMMER, DEN HAB‘ ICH ERFAHREN

4. Den Frieden, den hab‘ ich erfahren.

Der Frieden roch freundlich und scharf.

Mein Mut ist noch ungebrochen,

wenn auch viele zu Kreuze krochen,

denn es ist ja an Frieden Bedarf.

LIEBE FÜR IMMER

Liebe für immer, Wein von besten, von Kummer keinen Schimmer, Freude an Festen.

Frieden für alle, Streit nicht mit vielen, in keinem Falle Liebe verspielen.

Freude fürs Leben und vom Besitze, gerne abgeben, schwenken die Mütze.

Leben recht lange, ohne zu leiden. Form Tod keine Bange, gelassen hinscheiden.

Wein nur vom Besten, Frühstück aufs Zimmer, niemals mehr testen – Liebe für immer.

DASS WIR SO LANG LEBEN DÜRFEN

Dass wir so lang leben dürfen, Schnäpse kippen, Rotwein schlürfen
Feurig würzen, Biere stürzen
Prassend unser Leben kürzen, prassend unser Leben kürzen

Dass wir so sehr lieben können
Looser sind die gern gewönnen, blind von Tränen, krank vor Sehnen
Fallen weil wir uns anlehnen, fallen weil wir uns anlehnen

Dass wir so sehr lieben können

Dass wir soviel kämpfen müssen, meist vergebens oft verbissen
Nichts von Dauer, nur die Trauer
Kennen wir jetzt viel genauer, kennen wir jetzt viel genauer

Dass wir unsre Lieder singen, sie durch laute Zeiten bringen
Manchmal nur ganz leise summen, aber niemals ganz verstummen
Aber niemals ganz verstummen

Dass wir unsre Lieder singen

Dass wir noch Gedichte schreiben und zwar solche die einst bleiben
stark wie Eichen die nicht weichen,
Zart wie Seerosen auf Teichen, zart wie Seerosen auf Teichen

Dass wir grüne Gärten bauen, wo die Elfen in den lauen
Nächten zwischen Pflanzen tanzen
Sorgen uns ums Wohl des Ganzen, sorgen uns ums Wohl des Ganzen

Dass wir grüne Gärten bauen

Dass wir tiefe Brunnen bohren, unbeirrbar, unverfroren
Hart uns schinden, Quellen finden
Seher sind unter den Blinden, Seher sind unter den Blinden

Dass wir euch als Freunde nennen
Und durch euch erst Freundschaft kennen mit euch lachen, Pläne machen
Glut im kalten Haus entfachen, Glut im kalten Haus entfachen

Dass wir euch als Freunde nennen

Dass wir so lang leben dürfen
Schnäpse kippen, Rotwein schlürfen
Feurig würzen, Biere stürzen
Prassend unser Leben kürzen, prassend unser Leben kürzen

Dass wir so lang leben dürfen

Dass wir so lang leben dürfen: Die Lieder des Erzpoeten und Eulenspiegel Manfred Hausin – Eine Hommage Ende Januar 2022 bei Westpark Music

Publiziert am7. Dezember 2021 von Uta Bretsch

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Manfre Hausin 

Vor siebzig Jahren „urkundlich erstmals erzählt der Dichter, Schriftsteller und Satiriker Manfred Hausin sicherlich zu den bemerkenswertesten Dichtern dieses Landes. Über dreißig Bücher hat der „Erzpoet“ in fünf Jahrzehnten veröffentlicht, seine Texte erschienen in Schulbüchern, in über 400 Anthologien, auf LPs, CDs, als Konzertfilm und vielem mehr – und doch: Mit der am 28.01.2022 erscheinenden 2-CD-Box Dass wir so lang leben dürfen kommt bei Westpark Music eine echte Premiere der „Stimme Niedersachsens“, denn erstmalig sind auf einer CD Künstlerinnen und Künstler der „Langen Nacht der Poesie“ vereint zu hören.

Die imposante Namensliste aus den Reihen der „Compagnie Poesie“ liest sich wie das Who-Is-Who der deutschsprachigen Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstszene: langjährige Kollegen und Kolleginnen wie Hannes Wader, Joana, Helmut Debus, Bömmes und Kai Degenhardt sind ebenso zu hören wie die legendären Folk-Gruppen Liederjan und Lilienthal und selbst ausgezeichnete Schriftsteller wie Bernhard Lassahn sind mit von der Partie – jeder Beitrag nimmt sich der Lyrik Manfred Hausins mit der ureigenen künstlerischen Handschrift an, spürt auf, was in den Worten klingt, und bringt dies spielend, singend oder auch lesend zum Ausdruck.

„Es gibt Verse von Manfred Hausin, und gar nicht so wenige, bei denen die Grenzen verschwimmen, bei denen sich die Poesie vom Boden der Tatsachen erhebt und in der flirrenden Luft anfängt zu zaubern. Verse, die zeigen, was für eine zarte Seele hinter den Augen dieses Mannes wohnt…“ – Vielleicht drücken die berührenden Worte des Schauspieles Siegfried W. Kernen in besonderer Weise aus, was jedem einzelnen Beitrag der 2-CD-Box Dass wir so lang leben dürfen – Die Lieder des Erzpoeten & Eulenspiegel Manfred Hausin deutlich anzumerken ist: aufrichtige Wertschätzung.

So ist jeder Beitrag von Leidenschaft getragen, ganz gleich ob groovend wie Heiko Ahrends Vertonung der skurrilen Hausin-Ballade „Endloser Trip“ oder feinsinnig wie die Interpretation des Gedichts „Viele Lieben“ des Otto Groote Ensembles. Das titelgebende Stück des Doppel-Albums kann in gewisser Weise als dichterische DNA Manfred Hausins gedeutet werden und ist – was rückblickend kaum verwundert – zu einem wahren Klassiker im Repertoire Hannes Waders geworden: „Dass wir so lang leben dürfen“.

Zum 70. Geburtstag schenkte Manfred Hausin seinem Freund das gleichermaßen resümierende wie vorausweisende Gedicht „Noch hier“, das Hannes Wader nun – endlich, möchte man ihm dankend zurufen! – vertont hat und hier – quasi „unplugged“ – erstmals veröffentlicht wird. Mit jedem Durchlauf des Doppel-Albums entdeckt man als Hörerin oder Hörer neue sprachliche und musikalische Details, sei es die „Pfefferminzteelyrik“ im Lied „Der alte Dichter“, gesungen von Paul Bartsch, Lydie Auvrays mitreißendes Akkordeonspiel und charmanter Akzent im Lied „Der Dinge Lauf“ (sie singt hier erstmals auf Deutsch!), das wunderbare Saxophon-Intro von Stellmäcke & Band in „Es fängt schon an zu frieren“, die berührende Harmonie der Stimmen von Annett Kuhr und Sue Sheehan in „Endlich“, oder auch Jochen Wiegandts intensive Interpretation der Ballade „Schiffbruchers Lied“. „Jahrzehnte schweigen die Toten schon laut“, singt Lothar „Black“ Lechleiter wiederum in „Das Heidelied“, den vielleicht bedrückendsten, intensivsten Hausin-Versen auf diesem Doppel-Album.

„Bis zum tiefen Fall ins Loch will ich noch Gedichte schreiben“, singt Kai Degenhardt aus Hausins Text „Zwei Gedichte“ – eine schöne Zielsetzung des Dichters, der am Ende des Doppel-Albums selbst zu Wort kommt: „Dass sich die Menschen erheben, dafür müssen die Worte sitzen“.

Text: Marc Liese // Abdruck – auch auszugsweise – honorarfrei

Various Artists
Dass wir so lang leben dürfen
Die Lieder des Erzpoeten und Eulenspiegel Manfred Hausin – Eine Hommage

2-CD Box inkl. ausführlichem Booklet u. Poster
VÖ:. 28.01.2022
Label: Westpark Music
Vertrieb: Indigo
Katnr: 87415
EAN CD: 4015698607611
LC: 07535

BORIS MEYN HAMBURG-KRIMINALROMANE. Rowohlt. h

Boris Meyn schreibt Hamburgensien. Als pensionierter Städteplaner ist er Fachmann und Historiker.

Mit seinen Krimis um Kommissar Bischof vervollkommnet der noch die historische Sicht Hamburgs, die Petra Oelkers so treffend in ihren Romanen schildert.

Boris Meyn schafft, was nur wenig schaffen: Seine Romane sind gute Literatur, sind ausgezeichnet recherchierte Hamburggeschichte und sie sind spannende Kriminalromane. 

Eine Serie, die überzeugt, bildet und ausgezeichnete Lektüre ist. 

Sehr zu empfehlen.  h

Rowohlt

Tilman P. Fichter/Siegward Lönnendonker, „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“. Der Deutsche Sozialistische Studentenbund 1946–1970: Der Motor der 68er Revolte. Schüren-Verlag, Marburg 2021. Preis: 34.- Euro. zeko

zekos Buchtipp

Tilman P. Fichter/Siegward Lönnendonker, „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“. Der Deutsche Sozialistische Studentenbund 1946–1970: Der Motor der 68er Revolte. Schüren-Verlag, Marburg 2021. Preis: 34.- Euro

Die 68er Bewegung wurde von der Mehrheit der Bündischen Jugend abgelehnt. (Nicht in Hamburgs RbJ! – Red.)

Man hatte nach 1945 mit viel Energie und Hingabe die bereits totgesagte „Jugendbewegung“ neu aufgebaut, nun drohte ihr das unwiderrufliche Ende. Denn Rudi Dutschke war aktueller als tusk, die Lapplandfahrt geriet als „Weltflucht“ in Verruf. Überhaupt galt die Jugendbewegung als ziemlich „veraltet“. Die Freiheit,  die von ihr gesucht wurde, war nicht „jenseits des Tales“ und auch nicht auf einer fernen Insel zu finden, sondern musste – das war klar – hier und jetzt gegen die alten Nazis erkämpft werden. Die Suche nach der Blauen Blume war mega out. Wer an der Zeit sein wollte, hatte die „blaue Blume“ gegen die „Rote Nelke“ oder zumindest gegen die „Weiße Rose“ auszutauschen. Für die Bündische Jugend begann eine schwierige, desaströse Zeit. Die Gruppen verloren ihre Mitglieder, nur wenige überlebten. Ihre Tage schienen gezählt.

Um so überraschender sind die Erkenntnisse der beiden SDS-Forscher.  Es handelt sich um eine völlige Neubewertung des SDS bzw.  der 68er Bewegung und um eine Wiederentdeckung der vielfach als tot erklärt bzw. als „veraltet“ geschmähten Jugendbewegung des Wandervogels. Die marxistische Ideologie dieser Revolte hat sich inzwischen als bloße Maskerade herausgestellt, von der allenfalls etwas grüne Farbe geblieben ist. Dagegen wird immer deutlicher, dass die erstaunliche Schlagkraft dieses Studentenbundes, der in seiner besten Zeit gerade ca. 2.000 Mitglieder hatte, auf seiner elitären „bündischen“ Struktur beruhte. Vergleiche mit der zahlenmäßig gleichgroßen dj.1.11 vor 1933 drängen sich auf. Auch bei ihr konnte man Mitglied nur durch Aufnahme in der vor Ort bestehenden Gruppe werden, und dafür galten strenge Anforderungen. Der „bündische“ Charakter des SDS bestätigte sich interessanterweise auch bei der Untersuchung der Herkunft der maßgebenden Funktionäre. Während ursprünglich „Falken“ und „Naturfreundejugend“ das Hauptkontingent der studentischen Mitglieder stellten, verstärkte sich nach dem Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD der Einfluss von ehemaligen Jugendführern aus den Bünden der freien Jugendbewegung. Diese unterstützten tatkräftig die Unabhängigkeit des SDS, da sie aus der eigenen Jugendbunderfahrung in der Autonomie – im Gegensatz zu den parteipolitisch gebundenen Mitgliedern – eine einmalige Möglichkeit, politisch tätig zu werden, erkannten. Es überrascht, welche Fülle von ehemaligen Angehörigen von bündischen Gruppierungen sich im SDS zusammen fanden,  meist allerdings ohne sich zu outen. Aus den freien Jungenschaften kamen z. B. die Abendroth-Schüler Arno Klönne (zuerst katholische Jungenschaft Paderborn, später Mitglied der Deutschen Freischar), Jürgen Seifert  (aus der freien Jungenschaft „Pentagon“ in Osnabrück, später Mitglied im „Mindener Kreis“), und Kay Tjaden (aus einer freien Jungenschaft in Ostfriesland). Sie setzten mit der Fortsetzung der „Pläne“ -Zeitschrift, die von Eberhard Koebel (tusk)  zur politischen Aussprache der älteren dj.1.11-Mitglieder 1932 gegründet worden war, ab 1957 einen eigenen politischen Akzen und  propagierten u. a. den Ostermarsch.  

Eine außerordentliche Bedeutung für die eigenständige Entwicklung des SDS hatte nach Meinung der beiden Autoren vor allem Jürgen Seifert, der spätere prominente Professor für Verfassungsrecht. In Berlin entstand aus der Bewegung gegen die Atomwaffen der einflussreiche „Argument“-Verlag um W F. Haug. Sein wichtigster Mitarbeiter der ersten Stunde war Dieter Rave, der zuvor  einer evangelischen Jungenschaft in Heidelberg angehörte. Ekkehard Krippendorf und Urs Müller-Plantenberg waren vor ihrer Aktivität im Republikanischen Club Berlin bzw. im SDS nacheinander Bundesführer im „Wandervogel Deutscher Bund“. SDS-Vorsitzender in München um 1960 war Manfred Vosz, der aus der Deutschen Freischar kam. Er beteiligte sich später an der Gründung der Kulturzeitschrift „Kürbiskern“ und wurde Professor für Film und Fernsehen an der Kunsthochschule Kassel. Wer in der dickleibigen SOS-Geschichte nach Namen forscht, wird auf eine Fülle von weiteren Personen aus der Jugendbundszene stoßen.

Ergänzend lässt sich auf eine Fülle von Personen verweisen, die nicht namentlich erwähnt werden, jedoch ebenfalls  aus den freien Bünden kamen und  in der 68er-Bewegung aktiv wurden..  Zu nennen  ist   Hansmartin Kuhn, aus der dj.e.v.  Mannheim-Heidelberg, der für die Einladung  von Herbert Marcuse aus den USA zum Vietnam-Kongress  des SDS 1966  zuständig war.  Er war in seinen späteren Jahren aktives Mitglied der ABW Burg Waldeck und des  „Zugvogel“.  Hartmut Zinser, später Prof. für Religionswissenschaft, war in der 68er Zeit in Berlin im SDS  aktiv und sprach einmal vom fließenden Übergang von der Jungenschaft zum SDS in der damaligen Zeit.

Erdmann Linde, der 1969 im Wahlkontor von Günther Grass als Geschäftsführer tätig war,  kam,  wie sein Bruder Carsten, der 1968 verantwortlicher Organisator des Waldeck-Song-Festivals war,   aus dem dj.1.11-Hortenring. Im Umkreis des Waldeck-Festivals sammelte sich ein respektabler Kreis linker Intelligenz, der Wandervogel- und tusksche Jungenschaftstradition zu neuer kreativer Aktivität verband. Ihr führender Kopf war der spätere Professor für Kunstpädagogik Diethart Kerbs aus Berlin, der mit seiner originellen Theorie einer hedonistischen Linken 1971 die verhärteten Fronten zu versöhnen versuchte.

Es würde zu weit führen, hier alle Namen und Verdienste der „Bündischen“ im SDS und der 68er-Bewegung aufzulisten. Der Leser kann somit selbst noch fündig werden. Sicher ist jedoch, dass die „Bündischen“ am SDS und an der 68er-Bewegung einen größeren Anteil hatten, als bislang bekannt ist. Die bündische Szene könnte die vorliegende Untersuchung deshalb zum Anlass nehmen, ihr Geschichtsbild zu überprüfen und sich mit der historischen Dialektik anzufreunden, die den 1968 erlittenen Verlust inzwischen in einen Gewinn verwandelt und zu einer gründlichen Modernisierung verholfen hat, man denke nur an die gleichberechtigte Einbeziehung von Mädchen und Frauen in die bündische Welt als positivste Veränderung.

hedo dazu:

Mehrere vom Wandervogel, besonders aus der deutschen freischar, wirkten im SDS mit, aus mehreren Bünden auch im KB. Sie wirkten zu der zeit allerdings nur vereinzelt auf der Waldeck mit. 

Die meisten Wandervögel im Norden merkten allerdings, wie die menschen im SDS und im KB verschlissen wurden, ihre beruf nicht mehr ausführen konnten und machten sich auf, zum langen Weg durch die Instanzen. Mehrere der noch lebenden wirken weiter beständig politisch und praktisch für Freiheit, Frieden, Mitmenschlichkeit und Naturkultur. Da es dafür bisher keinen freien überbündischen Zusammenschluss Älterer und Jüngerer gibt, ist bisher nicht in Sicht. Die Zeit wird zeigen, ob das langfristige Engagement auch zu Zusammenschlüssen mit gemeinsamem Wirken führt.

Marvara – High on Life – GO Danish GO2121. mc

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Marvara – High on Life – GO Danish GO2121

Großartige Musik! Dieses Album ist pure Energie! Ganz still beginnt der erste Titel „Underground Schottisch“, um sich dann mit vollem Instrumentarium zu entfalten. Doch wenn es nur das wäre: Marieke Van Ransbeeck (B, flämische und schwedische Bagpipes, Musette) und ihre MitmusikerInnen Villads Hoffmann(DK, Cittern, Gitarre, Violine), Frederik Mensink (DK, double bass), Mårtin Hillbom (S, Percussion) und Hilke Baueraerts (BE, Diatonisches Akkordeon), Alle: Vocals, entfalten ein regelrechtes Feuerwerk von Melodien, alle aus der Feder von Marieke Van Ransbeeck. Ganz sanfte Töne sind da zu hören, besonders aber Musik gewordene Lebensfreude, Ausgelassenheit, fast schon Übermut. Man hört regelrecht, dass sich Marieke in der Folkparty-Szene gut aufgehoben fühlt. Sonderhøninger klingen da durch, Walzer von Fanø, Schwedisch klingende Polskas, eine regelrechte „Polka Battle“, alle wundervoll tanzbar. Und ganz zum Schluss, quasi zum Herunterkommen, eine „hyggeliger“ „Slow Tune“. Das alles mit großer Perfektion und musikalischem Können eingespielt. Ein perfektes Album. Und wieder eine großartige Produktion vom GoDanish-Label.www.marvaramusic.com (MC)

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HANS SCHOLL Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot. spurbuchverlag. hedo

HANS SCHOLL

Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot

Fritz Schmidt / Jürgen Reulecke

Schriftenreihe des Mindener Kreises Nr. 24

Spurbuchverlag.de

Hans Scholl im Umfeld von dj.1.11 und sein verschlungener Weg zum Widerstand.

Es ist viel über Hans Scholl geschrieben worden. Es ist aber immer noch unklar gewesen, wann, wieso und durch welche Impulse sich Hans Scholl zum Widerstand entschloss.

Fritz Schmidt beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema. Er konnte mit Inger Aicher-Scholl, Autorin des Buches „Die weiße Rose“ vor 80 Jahren und mit Max von Neubeck sprechen, die beide eine Rolle in Hans Scholls Leben spielten. Jürgen Reulecke schrieb das Geleitwort zu „Die weiße Rose“ und mit mit Blick auf sie bis heute.   

Die meisten Veröffentlichungen über die Weiße Rose betrachten die Widerstandszeit von Sophie und Hans Scholl, ohne auf die Vorgeschichte einzugehen. So blieben Enttäuschungen, Irrungen und Suchen im Dunkeln. Fritz Schmidt geht auf die Entwicklung ein und versucht die Entwicklung des Widerstands zu deuten.

Hans Scholl war HJ-Führer und gründete nebenbei eine Horte als autonomen Freiraum, um das Feuer weiter zu tragen. „Flamme sein“ war sein jugendbewegtes Motto, das ihn trug und zum Widerstand brachte, für Mitmenschlichkeit, für Wahrhaftigkeit, für Jugendbewegung, für Freiheit und für Vaterland.

Er hatte Kontakt zu einer Reihe von bündisch-treuen Denkern, die trotz Naziherrschaft sich einen Teil ihrer Wahrhaftigkeit und ihrer Träume bewahren wollten.

Öffentlichkeit und Medien waren einseitig vom Gedanken beherrscht, dass fremde Mächte Deutschland in die Enge, die Ohnmacht, die Kapitalabhängigkeit treiben wollten.

Mit dieser Sicht rüsteten die Nazis auf und stülpten ihre martialisch-mörderische Denke zu einer gemeinschaftlichen Sicht über Deutschland und seine Bürger. Wer sich dagegen auflehnte, wurde verurteilt oder gar ermordet.

Solche Art unpersönlicher Gemeinschaft und Gefolgschaft führte zu Verbrechen, wie in der Geschichte häufig beobachtet werden kann, wie zum Beispiel bei den Nazis, bei Stalin und jetzt bei der Katholischen Kirche.

Vielen der Bündischen erschien gegen die Verblendung durch die Nazis damals der Sozialismus Russlands die einzige Alternative zu sein. Zwischen diesen Fronten erhoffte sich Hans Scholl einen dritten patriotischen Weg.

tusks war ein mit vielen Talenten begnadeter Impulsgeber, Vorreiter, Führer und Künstler. Sein wirrer, ehrgeiziger Weg zwischen den Fronten der Gesellschaft jedoch und sein Buch „Heldenfibel“ überlagerten tusks großartige „Impulsverstärker“ von Feuer, Horte, Fahrt, Kreis, Zen, Bund und Jugendbewegung.

Die jungen Widerständler standen nun einerseits zwischen den meinungsdominanten Nazis und den schwankenden Ideen und Äußerungen von tusk und seinen Mitstreitern. Unter diesen Voraussetzungen war es schwer, sich persönlich Ziele zu setzen, zu studieren, ein öffentliches Amt zu übernehmen, vorwärts zu kommen.

Im Gegensatz zum Widerstand aus der Wehrmacht, in dem auch Bündische mitwirkten, gehörten die Studenten zu den „ehrlichen Wehrlosen“, die den Verbrechen der Nazis nicht weiter nur zuschauen konnten.

Wer in hinter den Problemen die Konflikte der Widerständler der Weißen Rose zu erkennen versucht, der hat mit diesem Heft viel an Material, das Einblick verschafft und den Entscheidungen nahekommt, für die Hans Scholl sein Leben opferte.  Hh

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